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Pilnacek-U-Ausschuss: Was die IT-Spuren zeigen

Der Pilnacek-Untersuchungsausschuss beschäftigt sich häufig mit sehr technischen Fragen. Für mich ist das ein Bereich, in dem ich meine berufliche Erfahrung gut einbringen kann. Seit 2010 arbeite ich im IT-Bereich, daher habe ich auch die Befragung eines IT-Technikers aus dem Justizministerium geleitet, der zuletzt als Auskunftsperson im Ausschuss geladen war.

Bereits vor Beginn der Sitzung am vergangenen Mittwoch habe ich in einem Medienstatement über einige zentrale Punkte informiert. Im Ausschuss selbst habe ich mich vor allem mit zwei Geräten beschäftigt: der Smartwatch von Mag. Christian Pilnacek und seinem privaten Laptop.

Die Smartwatch: Ein nachvollziehbarer zeitlicher Ablauf

Die Daten der Smartwatch zeigen aus meiner Sicht einen in sich schlüssigen Ablauf der Ereignisse in der Todesnacht. Besonders die Bewegungs- und Barometerdaten liefern wichtige Hinweise.

Ein zentraler Punkt ist die Zeitspanne zwischen dem Verlassen des Hauses und dem Eintritt ins Wasser. Laut den Daten der Uhr liegen hier rund 15 Minuten. Wenn man die tatsächliche Entfernung vom Haus bis zur Einstiegsstelle berücksichtigt – was auch beim Lokalaugenschein in Rossatz deutlich wurde – ist das eine sehr nachvollziehbare Zeit.

Auch die weiteren Messwerte passen zu diesem Ablauf. Die Barometerdaten zeigen Bewegungen, die zu einem Aufenthalt im Wasser passen. Gegen 04:00 Uhr ist eine Drehung des Körpers erkennbar. Danach bleiben die Daten rund zwei Stunden lang weitgehend unverändert, bis bei der Bergung wieder Bewegung aufgezeichnet wird.

Wichtig ist auch: Es gibt keine stichhaltigen Hinweise auf Verbindungsversuche zu anderen Bluetooth-Geräten.

Aus diesen Daten lässt sich aus meiner Sicht seriös keine alternative Todesversion konstruieren. Die aufgezeichneten Werte ergeben vielmehr ein in sich stimmiges Bild.

Der Laptop: Massive Eingriffe in Daten

Ganz anders stellt sich die Situation beim privaten Laptop von Christian Pilnacek dar.

Zwischen dem Todeszeitpunkt und der Übergabe an die Justiz befand sich das Gerät durchgehend in den Händen eines eng verbundenen Personenkreises. Für den Untersuchungsausschuss habe ich daher eine Übersicht über den zeitlichen Ablauf, die jeweiligen Besitzer sowie die forensischen Erkenntnisse erstellt.

Die Analyse zeigt: In dieser Zeit kam es zu zahlreichen technischen Eingriffen.

Der Laptop wurde mehrfach eingeschaltet. Daten wurden angesehen, bearbeitet, gelöscht und teilweise wiederhergestellt. Außerdem wurde spezielle Software eingesetzt, um Passwörter zu extrahieren und auf mögliche Cloud-Daten zuzugreifen.

Aus forensischer Sicht ist das ein entscheidender Punkt: Der Laptop wurde nicht einfach aufbewahrt, sondern es wurde aktiv mit dem Gerät und den Daten gearbeitet.

Das ist kein sorgsamer Umgang mit einem möglichen Beweismittel. Durch diese Eingriffe wurde der Laptop als Beweisquelle aus meiner Sicht weitgehend zerstört. Welche Motivation hinter diesen Handlungen stand, ist weiterhin Gegenstand der Aufklärung im Untersuchungsausschuss.

Zwei Geräte – zwei unterschiedliche Geschichten

Wenn man beide Geräte nebeneinander betrachtet, ergibt sich für mich ein deutliches Bild:

  • Die Smartwatch zeigt, was in der Todesnacht passiert ist.
  • Der Laptop zeigt vor allem, dass danach massiv in Daten eingegriffen wurde.

Gerade deshalb ist es mir wichtig, dass wir im Untersuchungsausschuss die technischen Fragen sachlich und gründlich aufarbeiten. Digitale Spuren können einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung leisten – vorausgesetzt, man geht verantwortungsvoll mit ihnen um.

Persönliche Gedanken zum Untersuchungsausschuss

Mittlerweile habe ich an mehreren Sitzungen des Untersuchungsausschusses teilgenommen. Die Sitzung am Mittwoch war jedoch mit Abstand die längste: Knapp elf Stunden wurden Auskunftspersonen befragt.

Das mediale Interesse ist dabei bei weitem nicht so groß, wie sich das manche Oppositionspartei im Haus wünschen würde. Von einer Einflussnahme auf das Verfahren, die Polizei oder sonst jemanden fehlt aus meiner Sicht ohnehin jede Spur.

Persönlich finde ich es tragisch, dass ein Mensch sein Leben verloren hat. Noch tragischer finde ich es jedoch, wenn rund um dieses Ereignis versucht wird, politisches Kleingeld zu wechseln. Das ist nicht mein Stil.

Auch die Versuche, Polizistinnen und Polizisten pauschal ein Fehlverhalten zu unterstellen, halte ich für äußerst problematisch. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich nach meinem Eindruck jederzeit korrekt verhalten. Gerade wenn hier versucht wird, mit aller Gewalt eine Geschichte zu konstruieren, wird damit auch die hervorragende Arbeit unserer Beamtinnen und Beamten in ein falsches Licht gerückt.

Ich möchte an dieser Stelle deshalb ausdrücklich Danke sagen: Eure Arbeit ermöglicht es uns, sicher und frei in Österreich zu leben.

Mein Fokus bleibt die Arbeit für die Menschen

Der Untersuchungsausschuss bindet viele Ressourcen – Ressourcen, die meiner Ansicht nach auch an anderer Stelle dringend gebraucht würden.

Mein Ansatz bleibt klar: Ich möchte für die Menschen in unserem Land arbeiten und die Herausforderungen bestmöglich lösen. Dafür bin ich in die Politik gegangen, und deshalb setze ich mich als Abgeordneter im Nationalrat für meine Heimatregion ein.

Mit vollem Elan.

Euer

Thomas